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Rechner

CNS / OTU-Rechner — Sauerstoff-Toxizität

Zwei Uhren begleiten die Sauerstoffexposition. CNS ist die Zentralnerven-Uhr, gemessen an den NOAA-Einzel-Expositionsgrenzen. OTU ist die kumulative Lungentoxizitätsdosis. Der Rechner nimmt einen flachen Abschnitt (Gemisch, Tiefe, Dauer) und liefert beides — nützlich, um Dekoplänen den Daumen aufs Auge zu drücken und Mehrtages-Expositionen abzuschätzen.

Wie CNS und OTU berechnet werden

CNS nutzt eine zweiabschnittige Exponentialanpassung an die NOAA-Einzel-Expositionstabelle — die Standardkurve, die viele Planer verwenden. OTU folgt dem REPEX-5/6-Potenzgesetz auf (ppO₂ − 0,5), wobei der Beitrag unter 0,5 bar null wird.

CNS%  = Σ (t_segment ÷ T_max(ppO₂))   · NOAA single-exposure curve
OTU   = Σ rate(ppO₂) · t                · REPEX (5/6 power-law on ppO₂ − 0.5)

ppO₂   oxygen partial pressure during the segment (bar)
t      segment duration (min)
T_max  NOAA single-exposure time limit at this ppO₂

Beispiel: EAN32 auf 30 m für 30 Minuten. ppO₂ ≈ 1,28 bar. CNS-Beitrag ≈ 17 % — deutlich unter dem 80 %-Deckel der Einzelexposition. OTU ≈ 30, ebenfalls moderat.

Wann es ernst wird

80 % der Einzel-Expositionsgrenze ist ein üblicher Deckel pro Tauchgang; 100 % gilt als harte Grenze. Mehr als 300 OTU pro 24 Stunden ist die Warnschwelle für wiederholte Tec-Tauchgänge — bei dauerhaft über 600 OTU/Tag misst man Lungenfunktionsabfall. Der Rechner markiert beide Schwellen.

Häufige Fragen

Welche CNS produziert EAN32 bei 1,4 ppO₂ über 30 Minuten?
Etwa 17 % — rund ein Fünftel der 100 %-Einzel-Expositionsgrenze. Dasselbe Gas bei 40 Minuten (1,4 ppO₂) liegt bei etwa 23 %.
Wie unterscheiden sich CNS und OTU?
CNS spiegelt akutes Risiko — Krämpfe und Bewusstlosigkeit, die in Sekunden auftreten können. OTU spiegelt Lungenreizung und akkumuliert über Stunden / Tage. Beides muss verfolgt werden: CNS für den Tauchgang, OTU für den Tag oder die Woche.
Setzt sich CNS zwischen Tauchgängen zurück?
Ja, mit etwa 90 Minuten Halbwertzeit. Die meisten Planer wenden den Abbau automatisch an. Der Einzelwert hier gilt für einen isolierten Tauchgang — wer den ganzen Vormittag CCR getaucht ist, startet nicht bei null.
Warum markiert der Rechner 80 % und 300?
Das sind die konventionellen Arbeitsschwellen: 80 % der NOAA-Einzelexposition für CNS pro Tauchgang und 300 OTU pro 24 Stunden für wiederholtes Tec-Tauchen. Verbandsspezifische Limits variieren; betrachtet die Werte als Leitplanken, nicht als Grenzen.
Lehrwerkzeug. Für mehrteilige Profile, Wiederholtauchgänge und CCR-Expositionen einen echten Planer nutzen.